Papierfabrik Blankenberg in thüringen

Gallery der "Freitagsfotografen"

Ein Blick zurück, der die Zukunft sichert

 

Bilder fangen Augenblicke ein – doch manche Bilder erzählen die Geschichte von Jahrhunderten. Auf dieser Seite nehmen euch die Freitagsfotografen mit auf eine visuelle Reise durch die beeindruckende Industriekultur der alten Papierfabrik Blankenberg. Zwischen monumentalem Fachwerk, stillgelegten Papiermaschinen und dem ganz besonderen Licht verfallener Industriehallen liegt ein schlafender Schatz der Technikgeschichte.

Doch diese faszinierenden Aufnahmen dürfen kein Abschiedsgruß sein!

Warum dieses Erbe leben muss

Die Papierfabrik Blankenberg ist mehr als eine Kulisse für spektakuläre Fotos. Sie ist ein lebendiges Denkmal der Ingenieurskunst und des Fleißes vergangener Generationen. Unser großes Ziel ist es nicht nur, diesen magischen Ort digital zu konservieren, sondern ihn aktiv zu erhalten.

  • Geschichte anfassen statt nur anschauen: Wir wollen verhindern, dass diese historischen Mauern und Maschinen für immer hinter Bauzäunen verschwinden oder dem Verfall preisgegeben werden.

  • Technik für die nächste Generation: Kinder und Enkelkinder sollen die monumentale Mechanik der Papierherstellung nicht nur aus Schulbüchern oder KI-Animationen kennen. Sie sollen das Zusammenspiel von Zahnrädern, Wasser und Papier live vor Ort erleben, riechen und begreifen können.

Wie du helfen kannst

Jedes Foto auf dieser Seite ist ein Plädoyer für den Denkmalschutz. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen und die Fabrik als lebendiges Museum und Kulturzentrum zu retten, brauchen wir Unterstützung. Auch wenn die Fabrik aktuell nicht dem Denkmalschutz unterliegt, sondern der Gemeinde gehört, helfen Spenden, tatkräftige Hilfe vor Ort oder einfach dadurch, indem du diese Seite teilst und Aufmerksamkeit schaffst:

Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Fabrik Blankenberg eine Zukunft hat. Damit aus den Bildern von heute das lebendige Erlebnis von morgen wird!

Historisches Brauereigebäude in einer ländlichen Gegend mit weißen Fassaden und dunklem Dach, umgeben von Bäumen und Hügeln.
1391

Erstmalige Erwähnung einer Mühle

1843

Beginn der Maschinellen Papierproduktion

1894

Verkauf an die Wiedes Papierfabrik Rosenthal

1900

Kauf einer neuen Papiermaschine

1945-1947

Enteignung und Umwandlung als Volkeigener Betrieb der DDR

1955

Beginn der Produktion von Butterbrot- und Margarineeinwickelpapier

1993

Stilllegung der Fabrik

1998-2001

Konservierung der Papiermaschine

2006

Im November 2006 erfolgten durch Mitglieder der IGUH e. V. erste Versuche, wieder Papier herzustellen

2009

Seit März 2009 wurden die maroden Gebäudeteile abgerissen und die verbliebenen durch die Gemeinde Blankenberg instand gesetzt.

Die Papierfabrik Blankenberg ist heute ein Museum in Blankenberg mit dem Namen Alte Papierfabrik Blankenberg. Die Adresse lautet Issigauer Straße 22. Bis Dezember 1993 wurde in der Papierfabrik produziert. Die Fabrik war damals ein Betriebsteil der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal in Blankenstein. Von 2001 bis November 2008 war das Museum in privater Hand und ging dann in Gemeindebesitz über.

Geschichte und Bedeutung

Gegründet im 19. Jahrhundert, nutzte die Fabrik die Wasserkraft der Saale, um Papier und Pappe herzustellen. Über Jahrzehnte war sie der wirtschaftliche Motor der Region und prägte das Ortsbild von Blankenberg maßgeblich. Besonders bekannt war der Standort für die Produktion von Spezialpapieren und Pappen, die bis weit über die Landesgrenzen hinaus geliefert wurden.

Architektur und Verfall

Das Areal beeindruckt durch seine typische Industriearchitektur der Gründerzeit. Massive Backsteinbauten, hohe Schornsteine und weitläufige Produktionshallen zeugen von der einstigen Größe des Betriebs. Nach der Stilllegung des Betriebs (nach der Wende) verfielen viele Gebäude zusehends. Heute versprüht das Gelände den reizvollen Charme eines „Lost Place“, was es zu einem beliebten Motiv für Fotografen und Historiker macht.

Heutige Situation

Es gibt immer wieder Diskussionen und Bemühungen um eine Erhaltung oder Umnutzung des Geländes, wobei der Schutz der historischen Substanz und die Sicherheit aufgrund des Zustands eine große Herausforderung darstellen. Wir wollen auf dieser Seite mit den Fotos unserer Mitglieder zum Erhalt dieses großartigen Industriedenkmales beitragen.

Die Langsiebpapiermaschine von der Weltausstellung 1900 in Paris

Das Herzstück der Fabrik: Die historische Langsiebpapiermaschine: Wenn man die Hallen der Papierfabrik Blankenberg betritt, zieht sie sofort jeden Blick auf sich: die rund 50 Meter lange, imposante Langsiebpapiermaschine. Sie ist nicht nur ein gigantisches Fotomotiv voller Details, Transmissionen und Zahnräder – sie ist ein weltweites Unikat der Industriegeschichte. Ein Jahrhundert-Exponat: Die Maschine wurde von der renommierten Maschinenfabrik H. Füllner aus Schlesien gebaut und im Jahr 1900 auf der legendären Weltausstellung in Paris präsentiert, bevor sie hier in Blankenberg über Jahrzehnte hinweg treu ihren Dienst tat.

Einzigartiges Technikdenkmal:

Sie gilt als eine der ältesten Langsiebpapiermaschinen der Welt, die heute noch vollständig an ihrem originalen Aufstellungsort erhalten geblieben ist. Erlebbare Geschichte: Vom Stoffauflauf, in dem der flüssige Brei auf das Sieb lief, über die schweren Walzen der Press- und Trockenpartie bis hin zum fertigen Aufroller am Ende – an dieser Maschine lässt sich der komplette, traditionelle Weg der Papierherstellung noch heute Schritt für Schritt nachvollziehen. Zu DDR-Zeiten wurde hier unter anderem wertvolles Pergamentrohpapier produziert, direkt an der Saale, im Schatten der innerdeutschen Grenze.

Die Kleinbahn

Die Kleinbahn in Blankenberg – oft auch als Feldbahn bezeichnet – war die logistische Lebensader, die die „Alte Papierfabrik“ Blankenberg mit dem Hauptwerk in Blankenstein (der heutigen Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal) verband. Der Hauptzweck der Bahn war der interne Werksverkehr. Da die Fabrik in Blankenberg ein Betriebsteil des größeren Werks in Blankenstein war, mussten Materialien ständig hin- und hergeschickt werden.  Auch Kohle für die Energieversorgung wurde über die Schienen geliefert. Die Fabriken liegen etwa zwei Kilometer auseinander. Da das Tal der Saale eng und kurvenreich ist, war eine schmalspurige Feldbahn (Spurweite 600 mm) die effizienteste Lösung. Die Gleise verliefen unmittelbar entlang der Saale, die hier die Grenze zwischen der DDR (Thüringen) und der Bundesrepublik (Bayern) bildete.

Die Papiermühlen

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts befand sich die Papierherstellung in einer tiefgreifenden Umbruchphase. Die klassische, wasserbetriebene Papiermühle, die über Jahrhunderte hinweg das Rückgrat der Papiererzeugung gebildet hatte, wandelte sich in dieser Zeit endgültig vom handwerklichen Betrieb zum mechanisierten Vorreiter der Massenproduktion. Um 1900 bis 1930 diente die Infrastruktur der alten Papiermühlen oft als direktes Fundament für die moderne Papierindustrie. Während früher jeder Bogen Papier einzeln mit dem Sieb von Hand geschöpft wurde, hielten nun immer größere Rundsieb- und Langsiebmaschinen Einzug.

Die Papiermühlen dieser Zeit zeichneten sich durch folgende Merkmale aus:

  • Vom Hadern zum Holz: Traditionell wurde Papier aus Lumpen (Hadern) hergestellt. In dieser Epoche etablierte sich endgültig der chemisch oder mechanisch gewonnene Holzstoff (Zellstoff). Papiermühlen wurden mit großen Schleifereien ausgestattet, um die enormen Mengen an Holzfasern zu verarbeiten.
  • Mechanisierung der Aufbereitung: Die Zerkleinerung des Rohmaterials übernahmen nicht mehr stampfende Wasserräder, sondern hocheffiziente, maschinell angetriebene Holländer (Mahlwerke). Sie sorgten für den gleichmäßigen Faserbrei, der für die endlosen Papierbahnen der neuen Maschinen nötig war.
  • Energie im Wandel: Die Lage der Mühlen an Flüssen war weiterhin entscheidend, allerdings wurde die Wasserkraft nun zunehmend genutzt, um Turbinen anzutreiben, die wiederum Strom für die Fabrikhallen erzeugten.

Die Ausrüsterei

Hier fand die die Veredelungs- und Weiterverarbeitungsabteilung statt. Hier wird das am Ende der Papiermaschine erzeugte, oft tonnenschwere Rohpapier (die sogenannten "Tambure") in verkaufsfertige Formate (Bogen) oder kleinere, handlichere Rollen umgewandelt. 

Werkstatt, Büroräume und Papierlager

Neben den großen Motiven bietet die Paierfabrik ein unendlichen Fundus an tollen Motiven wie: 

  • Das Labor: Wo einst chemische Formeln die Papierqualität sicherten, stehen heute noch verstaubte Reagenzgläser, Apothekerflaschen und Messgeräte wie in einem verlassenen Alchemisten-Kabinett.

  • Die Werkstatt: Rostige Zahnräder, mächtige Schraubstöcke und Werkzeuge, die aussehen, als hätte der Meister sie gerade erst beiseitegelegt. Industrie-Charme pur!

  • Die Büroräume: Der Duft von altem Papier und Nostalgie. Schreibmaschinen aus DDR-Zeiten, vergilbte Aktenordner und hölzerne Karteikästen erzählen Geschichten aus dem Arbeitsalltag direkt an der innerdeutschen Grenze.

  • Das Treppenhaus: Ein Traum aus Licht und Schatten. Bröckelnder Putz, geschwungene Geländer und der morbide Charme des Verfalls.

Die Fabrikantenvilla

Die Fabrikantenvilla – im Ort oft einfach als „Herrenhaus“ bezeichnet – bildet zusammen mit dem erhaltenen Fabrikkomplex ein eindrucksvolles Ensemble der Industriekultur in Thüringen (heute Gemeinde Rosenthal am Rennsteig).

Architektur und Bedeutung
Ihre heutige historische Bedeutung verdankt die Villa vor allem der Epoche ab 1894, als der Industrielle Gotthelf Anton Wiede die traditionsreiche Papierfabrik von der Familie Flinsch kaufte.

Symbol des Erfolgs: Wie es zur Zeit der Jahrhundertwende üblich war, bauten erfolgreiche Fabrikanten ihre Wohnsitze in direkter Nachbarschaft zu den Produktionsstätten. Die Villa in Blankenberg, umgeben von einem weitläufigen Garten, sollte den Wohlstand, den technischen Fortschritt und den Führungsanspruch des Unternehmers sichtbar nach außen tragen.

Lebensmittelpunkt der Wiede-Dynastie: Unter Gotthelf Anton Wiede (und später seinen Nachfolgern) wurde die Villa zum Dreh- und Angelpunkt des Werks. Von hier aus hatte man die Fabrikhallen stets im Blick.

Leben an der innerdeutschen Grenze
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Realität für die Villa und die Fabrik radikal. Mit der Enteignung der Familie Wiede und der Umwandlung der Fabrik in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) endete die Ära des großbürgerlichen Wohnens.

Aufgrund der geografischen Lage direkt an der Saale geriet das gesamte Areal mitten in das Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik (Bayern). Das Herrenhaus und die Fabrik wurden streng bewacht: Während im Werk Pergamentrohpapier hergestellt wurde, sicherten Grenzer die Dächer und das Ufer, da der Fluss direkt vor der Haustür die Grenze zum Westen bildete.

Link über den Bericht zu dem gemeinsamen Fotoausflug der Freitagsfotografen zur Papierfabrik:

https://diefreitagsfotografen.de/1444-papierfabrik-blankenberg

 

Weitere Informationen über die Papierfabrik und die Gemeinde finden Sie unter:

🏛️ Die Papierfabrik Blankenberg (Industriedenkmal & Fototouren)
Die offizielle Website des Museums & Vereins:

Inhalt: Alles über die Geschichte, die historische Papiermaschine, Öffnungszeiten für Besucher sowie Denkmalschutz-Infos.

Web-Adresse: www.papierfabrik-blankenberg.de

Suchbegriff: Papierfabrik Blankenberg offiziell

Fototouren und Lost-Place-Fotografie:

Inhalt: Da die Fabrik ein beliebtes Ziel für Fotografen ist (Labor, Werkstatt etc.), bieten spezialisierte Veranstalter legale Fototouren an. Die bekannteste Anlaufstelle für die Buchung von Foto-Begehungen ist go2know oder die Foto-Faktorei in Hof.

Web-Adresse: www.go2know.de (dort nach "Papierfabrik Blankenberg" suchen)

Foto-Faktorei | Infos Tour Papierfabrik_Porzellanfabrik | Geführte Fototouren

Suchbegriff: go2know Papierfabrik Blankenberg Fototour

Der Wikipedia-Eintrag:

Inhalt: Ein kompakter, historisch fundierter Überblick über die Fabrik, die Familie Wiede und die technische Ausstattung.

Suchbegriff: Wikipedia Papierfabrik Blankenberg

Papierfabrik Blankenberg – Wikipedia

🏡 Die Gemeinde Blankenberg (Rosenthal am Rennsteig)
Die offizielle Webseite der Gemeinde:

Inhalt: Blankenberg ist heute Teil der Einheitsgemeinde Rosenthal am Rennsteig. Hier findest du kommunale Infos, touristische Highlights der Region und Ansprechpartner.

Web-Adresse: www.rosenthal-am-rennsteig.de

Suchbegriff: Gemeinde Rosenthal am Rennsteig Blankenberg

Tourismusplattform Thüringer Wald / Rennsteig:

Inhalt: Infos über Wanderwege (wie den nahegelegenen Rennsteigbeginn in Blankenstein), Unterkünfte und Freizeitmöglichkeiten rund um die Saaleschleife bei Blankenberg.

Web-Adresse: https://www.thueringer-wald.com

Suchbegriff: Blankenberg Rosenthal am Rennsteig Tourismus

Der Wikipedia-Eintrag zum Ort:

Inhalt: Geografie, Geschichte des Ortes, die Lage im ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet und Sehenswürdigkeiten wie die Burgruine Blankenberg.

Suchbegriff: Wikipedia Blankenberg (Thüringen)

Blankenberg (Rosenthal am Rennsteig) – Wikipedia

Bundeszentrale für politische Bildung - Mediathek

Grenzland - Blankenberg | Grenzland | bpb.de

Die Feldbahn in Blankenberg

Geschichte - feldbahn-blankenbergs Webseite!

Projekt Deutsche Teilung

Reiner Ambrecht - Den Westen im Blick an der Papierfabrik Blankenberg | Teilung|Vereinigung|Einheit

Geschichte der Papierfabrik

Albert Gieseler -- Papierfabrik Blankenberg