Ein Sonntagsausflug, der wie im Flug verging: Am vergangenen Wochenende tauschten wir Freitagsfotografen das gewohnte Terrain gegen die historische Kulisse der Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz. Unser Ziel? Der dortige Greifvogelpark, der uns nicht nur faszinierende Einblicke in ein jahrhundertealtes Handwerk bescherte, sondern uns auch lehrte, die Kamera mal ganz bewusst beiseitezulegen.
Majestätische Motive im Visier – und im Herzen
Schon beim Betreten des Parks wurde klar, dass dieser Tag ein ganz besonderes Erlebnis für jeden Fotobegeisterten werden würde – wenn auch anders als gedacht. In aller Ruhe konnten wir die edlen Tiere aus nächster Nähe bestaunen: den durchdringenden Blick eines stolzen Adlers, das lautlose Gleiten einer Eule oder die blitzschnellen Bewegungen eines Falken. Die eigenen Kameras mussten hier allerdings Pause machen, denn im Greifvogelpark gilt ein striktes Fotografierverbot. Greifvögel und Eulen sind hochempfindliche Wildtiere mit extrem feinen Sinnen. Plötzliche Bewegungen großer Objektive, laute Auslösegeräusche oder gar Blitzlicht können die Vögel in Panik versetzen, sie in ihren natürlichen Instinkten stören oder gefährlich ablenken. Als Fotografen respektieren wir diesen Schutz der Tiere natürlich vollkommen. Statt durch den Sucher zu blicken, schärften wir dieses Mal also einfach unser Auge für das Wesentliche und genossen die majestätischen Eindrücke ganz unvergänglich im Gedächtnis.
Zwischen Tradition und Natur: Die Kunst der Falknerei
Das absolute Highlight des Nachmittags war die professionelle Einführung in die Kunst der Falknerei. In einer extrem kurzweiligen Stunde lernten wir die Welt aus der Sicht eines Falkners kennen. Wer dachte, es ginge hier nur um bloße Dressur, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Die erfahrene Falknerin nahm uns mit auf eine Reise durch den Alltag der Greifvögel und beantwortete Fragen, die uns allen unter den Nägeln brannten:
Die Gewöhnung: Wie schafft man es überhaupt, dass ein wilder Falke Vertrauen zum Menschen fasst?
Die Jagd: Mit welchen Methoden bringt man den Vögeln das kontrollierte Jagen bei, ohne ihre natürlichen Instinkte zu unterdrücken?
Der Mythos vom Dauerflieger: Warum fliegen diese Vögel eigentlich so wenig? (Es ist pure Energieeffizienz – warum Kraft verschwenden, wenn man auch elegant sitzend Beute spähen kann?)
Moderne Falknerei: Wie werden Greifvögel heute eingesetzt? Neben der traditionellen Jagd spielen sie eine zentrale Rolle bei der biologischen Vertreibung (Vergrämung) an Flughäfen oder in Weinbergen.
Für uns war diese Stunde doppelt wertvoll: Durch das neu gewonnene Wissen über das Verhalten und den Schutz dieser Tiere konnten wir unseren Horizont weit über die Fotografie hinaus erweitern.
Der Moment für den Auslöser: Vor dem Heimweg durfte das obligatorische Gruppenbild natürlich nicht fehlen! Vor der imposanten Kulisse der Burg Rabenstein kamen unsere Kameras dann doch noch zum Einsatz – ein starkes Team vor historischer Kulisse.
Fachsimpeln im Biergarten: Der perfekte Ausklang
Nach so vielen intensiven Eindrücken zog es uns weiter zur Brauerei Held. Im wunderschönen, schattigen Biergarten ließen wir den Tag standesgemäß und urgemütlich ausklingen. Bei hervorragendem, deftigem fränkischen Essen und dem süffigen, selbstgebrauten Bier kam die Geselligkeit keineswegs zu kurz.
Der Abend war geprägt von einem lebendigen Austausch. Wir ließen das gelernte Wissen über die Falknerei noch einmal Revue passieren und redeten über Gott und die Welt. Zwischen Schäufele und Bierkrug wurden außerdem bereits eifrig neue Pläne für zukünftige Aktivitäten geschmiedet. Die Ideenliste ist lang, die Speicherkarten wollen beim nächsten Mal wieder gefüllt werden und die Vorfreude auf das nächste gemeinsame Abenteuer ist riesig.

Ein rundum gelungener Tag, der wieder einmal gezeigt hat, dass die Freitagsfotografen nicht nur ein Auge für die Schönheit der Natur haben, sondern vor allem eine großartige Gemeinschaft sind.
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